Nach vorne schauen: Die dritte Welle der Corona-Kommunikation

20.04.2020 Krise & Wandel von Dr. Hubert Becker 

Mit den ersten Lockerungen des Corona-Shutdowns in Deutschland muss die Unternehmenskommunikation in die dritte Welle gehen. Nach der „Schockverarbeitung“ und den „Überlebensthemen“ richtet sich der Fokus nun darauf, wie Unternehmen in die „neue Normalität“ starten und ihr Geschäft wieder aufnehmen können. „Die Quadratur des Kreises schaffen“, wie mein Kollege Carsten Böhme treffend schreibt. Was sind die relevanten Themen, die Sie beachten müssen, um Ihr Unternehmen neu zu positionieren? Und welche Stärken aus der Vergangenheit gilt es, wieder aufzunehmen?

Die vier Elemente der dritten Welle der Krisenkommunikation:

  • Review der Strategie
    Die Erfahrungen aus den vergangenen Wochen haben die Welt verändert. Und damit auch die Sichtweise und Einstellungen Ihrer Kunden und Geschäftspartner. Die Analyse, wie sich Marktbedingungen verändert haben, muss deshalb auch Folgen für die Kommunikationsstrategie haben. Darüber hinaus ist zu klären, welche bereits umgesetzten Veränderungen im Unternehmen bestehen bleiben – oder sogar zu neuen Leistungen und damit zu Stärken werden. Die Ergebnisse dieser Betrachtung können die Positionierung des Unternehmens sowie seine Strategie erheblich verändern.
  • Priorisierung der wichtigsten Aktivitäten auf dem Weg in die „neue Normalität“
    Kundenorientierung war schon immer wichtig. Jetzt gilt es, sie noch ernster zu nehmen und auf den Prüfstand zu stellen. Analysieren Sie die aktuellen Bedürfnisse Ihrer Kunden und Geschäftspartner noch einmal neu. Ist alles wie früher? Oder doch irgendwie anders? Das Resultat Ihrer Betrachtungen mag auch zu einer Neubewertung des eigenen Geschäftsmodells führen: Welche Produkte und Services sind relevant und stehen im Vordergrund? Welche Prozesse haben sich verändert oder müssen noch angepasst werden?
  • Sicherung der Learnings
    Schon in der zweiten Welle der Kommunikation haben wir auf die Dokumentation der Maßnahmen und Ergebnisse hingewiesen. Diese Learnings bleiben wichtig, um die Resilienz des Unternehmens zu verbessern und gleichzeitig dafür Sorge zu tragen, dass die steile Lernkurve der vergangenen Wochen nur abflacht, aber nicht zurück auf den Ausgangspunkt sinkt. Ziel muss es sein, Verbesserungen zu erhalten und in den Alltag zu integrieren. Vor dem Hintergrund der neuen Markt- und Wettbewerbsbedingungen bietet es sich an, die SWOT-Analyse für das Unternehmen zu aktualisieren und unter Kommunikationsaspekten zu analysieren, welche Reputationstreiber sich verändert haben.
  • Kommunikation der Re-Positionierung
    Jetzt ist es Zeit, die Kommunikation für die Neupositionierung zu planen und vorzubereiten. Wichtige Reputationstreiber in schwierigen Zeiten sind der Umgang mit Strategie und Führung. Wenn Sie Ziele und Zielgruppen neu definieren, müssen Sie dies erklären. Zur Kommunikationsstrategie gehören aus diesem Grund auch die Platzierung der aktualisierten Botschaften sowie die Überprüfung der Kommunikationskanäle. In der Kommunikation hat die Corona-Krise zu einem erneuten Digitalisierungsschub und einer massiven Relevanzsteigerung der Onlinekanäle geführt. Darauf müssen Sie Ihre digitale Kommunikationsstrategie anpassen bzw. ausrichten.

Fazit: Warten Sie nicht auf die Ära „Post-Corona“, um sich am Markt zu positionieren. Jetzt und in den kommenden Wochen treffen Ihre Kunden und Geschäftspartner wichtige Entscheidungen. Wo Sie stehen und warum Sie der richtige Partner sind, muss dann deutlich erkennbar sein. Warten Sie nicht, bis Sie gefragt werden, sondern setzen Sie selbst die Signale.

# Coronapandemie # Krisenkommunikation # Business Resilience

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