Mitarbeit mangelhaft oder Gedankenlesen für Fortgeschrittene

26.08.2014 Kapitalmarkt & Investor Relations von Michael Knecht 

Schon in der Schule war die Kommunikationsfreudigkeit unter den Schülern recht unterschiedlich ausgeprägt. Die einen waren kaum zu stoppen, die anderen nur selten zur Mitarbeit zu motivieren. Der Rest lag irgendwo dazwischen.

Ganz ähnlich sieht die Lage am Kapitalmarkt aus: Best Practice, Dienst nach Vorschrift oder Schweigen im Walde – alle Richtungen sind vertreten und stoßen damit in der Financial Community auf unterschiedliche Begeisterung. Insbesondere den schweigsameren Vertretern der Zunft wird dann häufig nahegelegt, die Kommunikation zu intensivieren und gegebenenfalls auch die Dienste einer Agentur in Anspruch zu nehmen.

Das ist gut!

Allerdings ist der Tatendrang dieser Unternehmen oft bereits mit der Beauftragung der Agentur nahezu erschöpft.

Das ist schlecht!

Denn ohne die entsprechenden Hintergrundinformationen wird auch der beste externe Sparringspartner früher oder später mit seinem Latein am Ende sein. Denn der Berater kann seine Aufgabe umso besser erfüllen, je genauer er über die Hintergründe und Zusammenhänge informiert ist – unabhängig davon, was dann am Ende tatsächlich veröffentlicht wird. Aus umfangreichen Informationen können kurze, prägnante Texte entstehen, umgekehrt ist das nur selten der Fall. Trotzdem lassen Unternehmen ihre Berater viel zu oft im kommunikativen Dunkeln tappen.

So werden Informationsgespräche häufig zu Stichwortsammlungen und der Paradesatz „Da möchte ich jetzt nicht näher drauf eingehen", lässt den Gesprächspartner manchmal zum Gedankenleser mutieren.

Eine effektive Kommunikationsberatung kann aber nur dann stattfinden, wenn die Agentur als interne Beratereinheit und weniger als externer „Störenfried“ verstanden wird. Wer den Informationsfluss von Anfang auf das für die breite Öffentlichkeit bestimmte Minimum beschränkt, lässt das eigentliche Potenzial ungenutzt und reduziert die Leistung auf die reine Umsetzung.

Und das ist schade.

# Kommunikation

Zurück