Gute Kommunikation war noch nie so wichtig wie heute

09.03.2021 Unternehmenskommunikation von Carsten Böhme 

Der Erfolg von Unternehmen hing selten so stark von guter Kommunikation ab wie heute. Die Gründe hierfür sind vielschichtig, lassen sich aber im Prinzip auf eine wichtige Ursache zurückführen: Es ist das zunehmende Tempo der Veränderungen.

Unser Leben und unser Umfeld verändern sich in einer nie zuvor da gewesenen Geschwindigkeit und dem muss auch die Kommunikation gerecht werden, will sie erfolgreich sein.

Es verändern sich nicht nur Technologien, Stichwort Digitalisierung und damit einhergehend ganze Geschäftsmodelle, sondern auch substanziell Werte, Einstellungen und gesetzliche Rahmenbedingungen. Beispielhaft genannt seien in dem Zusammenhang die großen gesellschaftlichen Themen Verantwortung, Nachhaltigkeit, Klimawandel – aus Unternehmenssicht auch unter ESG zusammengefasst. Es verändern sich politische Eckpfeiler weltweit – bei uns in Deutschland, Europa und den USA. In der Folge geraten ganze Lieferketten unter akuten Veränderungsdruck.

Es verändern sich aber auch die Medien rapide. Journalismus kämpft um Glaubwürdigkeit. Soziale Netzwerke breiten sich fast ungebremst aus. Die gesamte Mediennutzung wird auf den Kopf gestellt.

All diese Veränderungsprozesse werden durch die COVID-19-Pandemie noch einmal zusätzlich beschleunigt. In wenigen Monaten wurden so Menschen auf der ganzen Welt auf vielfältige Weise zu noch schnelleren, radikalen Veränderungen gezwungen.

In der Konsequenz wandeln sich aus Sicht von Unternehmen auch die Kommunikationsthemen und -wege sowie die Erwartungshaltung von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Investoren und Politikern.

Jedes Unternehmen muss diese Veränderungen erkennen, verstehen und für sich interpretieren. Es muss die Bedeutung und die Folgen für sich richtig einschätzen. Daraus können sich gleichermaßen Chancen und Risiken ergeben. Und dann muss das Management die richtigen Entscheidungen treffen und mit den relevanten Stakeholdern in den Dialog treten.

Unternehmen können es sich nicht leisten, nicht zu kommunizieren. Sie sind im ständigen Austausch mit ihren Stakeholdern. Werden dabei die geschilderten Veränderungen falsch verstanden oder ignoriert, so kann Kommunikation mit ihren Botschaften die eigentlichen Ziele bzw. Zielgruppen nicht mehr erreichen. Oft passiert dann das Gegenteil: Kommunikation richtet unmittelbar Schäden an der Reputation des Unternehmens bzw. der handelnden Person an, weil sie letztendlich Erwartungen enttäuscht.

Gute Kommunikation zeichnet sich dadurch aus, dass Unternehmen die unterschiedlichen Erwartungen ihrer Stakeholder verstehen und transparent die eigene Position, Haltung und Handlung darlegen. Dazu muss jedes Unternehmen seine relevanten Stakeholder identifizieren. Wer mit dem Ohr nah an seiner Zielgruppe ist, kann abschätzen, wie die Reaktion am Ende einer Kommunikationskette aussehen könnte. Kommunikation fängt somit beim Zuhören und Verstehen an, nicht bei der Entwicklung eigener Botschaften. In einem sich schnell verändernden Umfeld wird dies allzu oft versäumt – nicht zuletzt, weil die Kommunikatoren zu spät in die Entscheidungsprozesse der Unternehmen eingebunden werden.

Gute Kommunikation stärkt das Vertrauen in Unternehmen, deren Mitarbeiter und Produkte, indem dem Spannungsfeld unternehmerischer und gesellschaftlicher Verantwortung und Veränderung Rechnung getragen wird. Handeln und Kommunikation müssen dabei im Einklang stehen.

# Kommunikation # Krisenkommunikation # ESG # Transparenz # Verantwortung

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