Die Bundestagswahl steht an. Doch! Wirklich! Und es lohnt sich.

13.09.2021 Public Affairs von Bernd Buschhausen 

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Der Bundestagswahlkampf auch. Man will es nicht glauben, man kann es kaum hören, so ruhig geht es zu im Streit um die besten Zukunftskonzepte der größten Wirtschaftsnation Europas.

Bemerkenswert ist es schon, wie unauffällig die Kommunikationslinien der Hauptakteure dieser Wahl wirken: Laschet und Baerbock beharken sich im Klein-Klein ihrer persönlichen Eignung, die zweite Reihe polarisiert unter sich, Scholz lässt machen und sagt erst mal nix.

Zwar hat es große Ereignisse gegeben, Fluten, untergehende Städte und Staaten mit bewegenden Bildern zu dramatischen Situationen – Ereignisse, die KandidatInnen Gelegenheit bieten, Führungskraft und -anspruch zu inszenieren. Genutzt hat es allerdings niemandem.

Wir erinnern uns: Einst standen die Akteure in Gummistiefeln auf den Deichen, wenn es um Hochwasser ging, mit dem Blick entschlossen in die Ferne. Oder aber man schüttelte Hände mit den anderen ganz Großen der Welt, einig über die Lösungen für andere Staaten, denen man großmütig helfen wollte. Da musste man sich nicht so sehr um Zukunftskonzepte bemühen. Die Lösungen waren ja die alten.

Ohne Frage: Die Probleme und Herausforderungen, die eine zukünftige Bundesregierung zu lösen hat, sind enorm. Klimawandel, Pandemie, Europa, Digitalisierung, globale Sicherheit – da ist Demut vor der Aufgabe sicherlich der bessere Ansatz, sich zu positionieren. Eine allzu offensive Profilierung als MacherIn dieser Großthemen würde kurz- bis mittelfristig jede/n KandidatIn exponieren und an der Glaubwürdigkeit zweifen lassen. Hochtrabend, kraftstrotzend würde man wie Ikarus an der Hitze der Themen scheitern.

Und doch müssen die Lösungen für die Probleme groß sein, um erfolgreich und nachhaltig zu wirken. Entsprechend ist auch die Erwartung an eine zukünftige Regierung in Deutschland: Sie muss nicht laut sein. Sie muss aber erfolgreich die Kräfte von vielen bündeln, damit die Basis für etwas Neues, Besseres geschaffen werden kann.

Und da scheint sich bei aller Zurückhaltung eine neue Art der Politikgestaltung herauszubilden: mit vielen, für das Richtige, neu aufgesetzt. Weniger Inszenierung, dafür mehr Moderation in der Sache.

Vielleicht ist es eben gut, dass das Parteienspektrum größer ist, um eine neue Regierungskonstellation zu bilden. Neue Akteure schaffen neue Wege, die Vielfalt schafft dafür die Basis, damit das Neue von den meisten unterstützt werden kann. Ob Unternehmen, Organisationen oder auch Einzelpersonen – die neue Politik nach der Bundestagswahl wird auf viele hören. Da lohnt es sich, sich einzubringen.

 

 

# Bundestagswahl 2021 # Politikgestaltung # Zukunft

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