Quo Vadis Reporting?

13.09.2021 Kapitalmarkt & Investor Relations von Dr. Götz Schlegtendal 

„Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“, wusste schon Mark Twain. Und wenn in Diskussionen über die Zukunft der Berichterstattung von Unternehmen gesprochen wird, dann sind weitaus mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen zu sehen. Print, Online, PDF oder XBRL? Nachhaltigkeit im Geschäftsbericht, im Lagebericht oder separat? Strategiebroschüre oder doch kein Imageteil? Damit wird es für das einzelne Unternehmen immer schwerer, die perfekte Lösung abzuleiten.

Aber vielleicht ist das schon die Antwort. Es gibt keine „one size fits all“-Lösungen für das Reporting von Unternehmen. Im Gegenteil, individuelle Lösungen sind gefragt, die genauso die Stakeholder des Reportings berücksichtigen, deren Bedürfnisse und Erwartungen wie auch die Kommunikationsstrategie des Unternehmens und das Geschäftsmodell. Aber eine ebenso bedeutende Rolle spielen auch die Kapazitäten und Verantwortungsbereiche im Unternehmen sowie das regulatorische Umfeld.

Wenn das einzige Werkzeug ein Hammer ist, dann wird jedes Problem zum Nagel

Oder besser: Ein guter Partner und Berater für das Reporting setzt sich mit dem Unternehmen auseinander, er wird Optionen aufzeigen und Empfehlungen aussprechen. Er wird sicherlich nicht nur eine Lösung vorschlagen und beispielsweise einen Online-Bericht als die einzige nahe liegende Lösung verkaufen. Er wird nicht im Integrierten Bericht die zukunftsweisende Antwort auf alle Herausforderungen sehen. Er wird nicht den Print-Bericht als zeitloses Instrument anpreisen oder das verlinkte PDF als einzig gangbaren Weg verkaufen.

Er wird vielmehr alle Lösungen anhand eines Kriterienkatalogs betrachten. Der richtige Weg für ein Unternehmen ist noch lange nicht die richtige Lösung für ein anderes. Vielmehr: Im Gegensatz zur typischen deutschen Mentalität der Fokussierung auf eine einzige Lösung empfiehlt es sich, technologie- bzw. kanaloffen zu sein. Hinterfragen Sie Ihre Reportingstrategie. Wen sprechen Sie mit Ihrem Geschäftsbericht an? Was wollen Sie transportieren? Nur Zahlen? Strategie, Marke und Reputation? Soll das Reporting nur die Berichtspflicht erfüllen oder will ein Unternehmen Akzente mit Marke und Strategie setzen? Wann und wo brauche ich gedruckte Exemplare? Wie wird der Geschäftsbericht gelesen? Auf dem Rechner? Auf dem Handy? Sollen die Inhalte singulär sein oder mehrmals verwendet werden?

Es bietet sich an, beim Reporting einen Schritt zurückzutreten, den Reportingzyklus von außen zu betrachten und Prioritäten zu setzen. Der interne Blick und der Blick von außen erlauben es, die richtigen Fragen zu stellen und plausible Antworten für das Unternehmen zu finden. Sprechen Sie uns an, wenn das Quo Vadis zu einem Primus Omnium / Primus inter Pares werden soll.

 

Nach oben

# Reporting # Nachhaltigkeit # Geschäftsbericht

Zurück